Projekt
Joseph - Oktober 2004
Über bunte Träume und allzu
Menschliches
"Damen, Herren, aufgemerkt! Denn hier kommt
ein Gesamtkunstwerk". Gemeint ist die Erscheinung des biblischen Joseph
in seinem farbenprächtigen Mantel, ein Geschenk seines Vaters Jakob.
Das Zitat findet sich im deutschen Text von Andrew Lloyd Webbers
Musical Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat,
1982 am Broadway uraufgeführt. Ein Gesamtkunstwerk aus Gesang, Musik,
Erzählung und Bildern wurde auch die Aufführung des
Musicals durch den "Projektchor der Lokalen Agenda" in Eisingen. In der
vollbesetzten Bohrrainhalle honorierte ein begeistertes Publikum die
mitreißende Darbietung des Chores unter der Leitung von Siegrun Stütz.
Die Sänger, instrumental begleitet von Thomas Karst (Piano), Helmut
Gerhäuser (Bass), Christian Kohler (Schlagzeug) und Siegfried Walter
(Keybord), führten ihr Publikum durch die biblische Geschichte von
Joseph und seinen Brüdern, für viele die schönste und anrührendste
Erzählung des Alten Testaments.
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Pfarrer als Lotse
Pfarrer Günther Wacker fungierte als Lotse,
und kommentierte humorvoll, charmant und nachdenklich als Erzähler.
Dabei zeigte sich den Zuhörern, dass die menschlichen Triebkräfte, die
die vor über 3000 Jahren spielende Handlung vorantreiben, im Guten wie
im Schlechten die gleichen sind, die auch heute noch das Miteinander
von Menschen bestimmen. Der träumende Joseph wird vom Vater bevorzugt,
von den Brüdern aus Neid an Sklavenhändler verkauft In Äypten kommt er
zu Potiphar, Kämmerer und Oberster der Leibwache des Pharao, widersteht
Verführungen von Potiphars Frau, wird von ihr verleumdet und landet im
Gefängnis. Als Traumdeuter erklärt Joseph Pharao dessen Träume von
sieben fetten und sieben mageren Kühen und Ähren. Er steigt auf zum
zweiten Mann im Land, verhindert eine große Hungersnot und rettet auch
seine Brüder und ihre Familien, die nach Ägypten ziehen.
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21 Monate lang geprobt
21 Monate des
Probens lagen zwischen dem Entschluss, das Musical vom biblischen
Träumer auf die Bühne zu bringen und der Aufführung in der
Bohrrainhalle. Hanspeter Karst, Vorstand der
Chorgemeinschaft, würdigte besonders, dass Siegrun Stütz es wieder
einmal fertiggebracht habe, mit "Können, Fleiß, Charme und Ausdauer"
dies hohe musikalische Ziel zu erreichen.

Auch Siegfried Walter, Keyborder, Verfasser
des Erzähltextes und Arrangeur wurde besonderer Dank zuteil. Sein Solo
als Pharao in farbenprächtiger Maske geriet zu einem Höhepunkt der
Aufführung.
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Ziel der Einrichtung des Projektchores der
Lokalen Agenda 21 sei es gewesen, die Vereine als Treffpunkt und
Begegnungsstätte auch Nichtmitgliedern zu öffnen, sagte Gabriele
Thiede, Moderatorin der Gruppe Soziales der Agenda. Zu den Mitgliedern
der Chorgemeinschaft Eisingen unter Siegrun Stütz gesellten sich so
über 30 weitere Sangesbegeisterte.
Die Aufführung des Musicals wurde am Sonntag,
24. Oktober 2004, um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche in Eisingen
wiederholt.
(Pforzheimer Zeitung; Verfasser: Martin Schott).
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